Schwefel (S)
Auch bekannt als: S-Element, Sulfur, Schwefeldünger
Ein essenzieller Sekundärnährstoff für Cannabis, der entscheidend für die Proteinbiosynthese, Chlorophyllbildung und die Entwicklung von charakteristischen Aromen (Terpenen) ist.
Auch bekannt als: S-Element, Sulfur, Schwefeldünger
Ein essenzieller Sekundärnährstoff für Cannabis, der entscheidend für die Proteinbiosynthese, Chlorophyllbildung und die Entwicklung von charakteristischen Aromen (Terpenen) ist.
Schwefel (S) wird in der modernen Agrarwissenschaft oft als das vierte tragende Element der Makroernährung bezeichnet, direkt nach Stickstoff, Phosphor und Kalium. Du benötigst Schwefel vor allem für die Bildung der essenziellen Aminosäuren Methionin und Cystein, die als Bausteine für Enzyme und Strukturproteine dienen. Zudem ist Schwefel unentbehrlich für die Bildung von Chlorophyll; ein Mangel beeinträchtigt sofort die Photosyntheseleistung und den Biomasseaufbau deiner Pflanzen.
Besonders in der Blütephase spielt Schwefel eine Hauptrolle bei der Synthese von Sekundärmetaboliten. Er ist maßgeblich für die Produktion von Terpenen und flüchtigen Schwefelverbindungen (VSCs) verantwortlich, die für das typische skunkige oder gasartige Aroma (z. B. 3-Methyl-2-buten-1-thiol) sorgen. Während der vegetativen Phase fördern ideale Werte zwischen 2.500 und 10.000 ppm im Blattgewebe das Wachstum, während in der Blüte bis zu 11.000 ppm für maximale Harz- und Aromabildung angestrebt werden.
Ein Schwefel-Mangel ist relativ selten, kann aber aggressive Auswirkungen auf den Ertrag und die Qualität haben. Da Schwefel innerhalb der Pflanze immobil oder nur sehr schwach mobil ist, treten die Symptome zuerst an den jüngsten Blättern an der Spitze auf. Das unterscheidet ihn deutlich vom Stickstoffmangel, der an den unteren, alten Blättern beginnt.
Typische Anzeichen, auf die du achten solltest:
Wenn du einen Mangel feststellst, ist die schnellste Lösung die Gabe von Magnesiumsulfat, besser bekannt als Bittersalz. Eine Standarddosierung für die Soforthilfe ist das Besprühen der Blätter mit einer Lösung aus ca. 1 bis 2 Teelöffeln Bittersalz pro 4 Liter Wasser. Für die reguläre Düngung über das Gießwasser kannst du 1,5 bis 3,0 g Bittersalz pro Liter verwenden, solltest dies aber alle 2 bis 4 Wochen basierend auf dem EC-Wert anpassen.
Ein wichtiger Faktor für die Schwefelaufnahme ist der pH-Wert deines Mediums. Schwefel wird am besten in einem Bereich von 6,0 bis 7,0 in Erde oder 5,5 bis 6,5 in Hydroponik aufgenommen. Sinkt der pH-Wert unter 5,5, tritt ein Schwefel-Lockout ein, selbst wenn genug Nährstoffe vorhanden sind.
Vorsicht bei der Mischung: In hydroponischen Systemen darfst du Schwefel (Sulfate) niemals in hoher Konzentration direkt mit Calcium mischen, da sie zu unlöslichem Gips (Calciumsulfat) reagieren, der deine Leitungen verstopft und für die Pflanze unzugänglich ist. Nutze daher immer getrennte A- und B-Düngersysteme. Als langfristige organische Schwefelquelle kannst du Gips, Mist oder Algenextrakte in dein Substrat mischen.