Kupfer (Cu) ist für deine Cannabis-Pflanzen ein lebensnotwendiges Spurenelement, das als Cofaktor in über 100 Proteinen und Enzymsystemen fungiert. Es spielt eine zentrale Rolle beim Elektronentransport in der Photosynthese über das Protein Plastocyanin und ist unverzichtbar für die Zellatmung. Zudem ist Kupfer essentiell für die Bildung von Lignin, welches den Stängeln deiner Pflanzen die nötige Stabilität verleiht, um schwere Blüten zu tragen.
Wie hoch ist der Kupfer-Bedarf deiner Cannabis-Pflanzen?
Obwohl Kupfer für das gesunde Wachstum vital ist, benötigt Cannabis es nur in winzigen Spuren. In herkömmlichen Substraten liegt der optimale Bereich oft zwischen 0,05 und 0,5 ppm, während in Pflanzengeweben Werte von 5 bis 20 µg/g Trockengewicht üblich sind. In hydroponischen Systemen wird oft ein Zielwert von etwa 0,1 ppm in der Nährlösung angestrebt. Ein erhöhter Bedarf kann bei einer sehr hohen Stickstoffzufuhr entstehen. In den meisten Fällen ist Kupfer ausreichend in hochwertigen Düngern oder sogar im Leitungswasser vorhanden, sodass ein echter Mangel durch fehlende Zufuhr selten ist.
Wie kannst du einen Kupfer-Mangel bei Cannabis erkennen?
Da Kupfer innerhalb der Pflanze immobil ist, zeigen sich Mangelsymptome zuerst an den jüngsten Blättern und Triebspitzen. Ein typisches Anzeichen ist eine ungewöhnlich dunkle Blattfärbung mit einem bläulichen, violetten oder metallisch glänzenden Schimmer. Im starken Kontrast dazu verfärben sich die Blattspitzen und Ränder hellgelb oder weiß. Im Gegensatz zum klassischen Überdüngungsschaden (Nutrient Burn) werden die Spitzen bei einem Kupfer-Mangel meist nicht braun oder brüchig, sondern bleiben leuchtend hell. Die Blätter können sich zudem verdrehen, einrollen (Cupping) oder steif werden. In der Blütephase führt ein Mangel dazu, dass die Buds nur sehr langsam reifen oder die Entwicklung ganz einstellen.
Wie kannst du Kupfer-Mängel oder Toxizitäten richtig korrigieren?
Meistens liegt die Ursache für Kupfer-Probleme nicht an fehlendem Kupfer, sondern an einem falschen pH-Wert in der Wurzelzone, der die Aufnahme blockiert (Nutrient Lockout). Du solltest zuerst den pH-Wert kontrollieren: In Erde liegt der ideale Bereich für die Kupferaufnahme bei 6,0 bis 7,0, in Hydro- oder Kokossubstraten bei 5,5 bis 6,5. Spüle bei Abweichungen dein Substrat mit pH-reguliertem Wasser und einer leichten Nährstoffdosis. Falls du Kupfer gezielt ergänzen musst, sind Kupfer-Chelate (Cu-EDTA) besonders effektiv, da sie über einen weiten pH-Bereich stabil bleiben. Eine Notlösung für Grower kann das Einlegen von Kupfermünzen (wie 1- oder 2-Cent-Stücke) in Wasser über Nacht sein, um damit zu gießen. Achte bei der Korrektur darauf, nicht überzudosieren, da Kupfertoxizität extrem gefährlich ist: Sie schädigt das Wurzelwachstum massiv und verdrängt andere wichtige Metalle wie Eisen (Fe) und Zink (Zn).