Welche Arten von Chlorophyll gibt es in Cannabispflanzen?
In deinen Cannabispflanzen kommen hauptsächlich zwei Arten vor: Chlorophyll a und Chlorophyll b. Während Chlorophyll a als primärer Elektronenspender direkt die Energieumwandlung in den Photosystemen vorantreibt, fungiert Chlorophyll b als akzessorisches Pigment, das ein breiteres Lichtspektrum einfängt und die Energie an das Zentrum weiterleitet. Zusammen ermöglichen sie es der Pflanze, das photosynthetisch aktive Strahlungsspektrum (PAR) zwischen 400 und 700 nm effizient zu nutzen. Chlorophyll a absorbiert Licht am stärksten im blau-violetten (~430 nm) und roten Bereich (~662 nm), während Chlorophyll b Spitzenwerte bei etwa 453 nm und 642 nm aufweist.
Wie dient Chlorophyll als Indikator für Nährstoffmängel bei Cannabis?
Der Zustand und die Farbe des Blattgrüns verraten dir viel über die Gesundheit deiner Pflanzen. Da Magnesium das Zentralatom im Chlorophyll-Molekül ist, führt ein Mangel an diesem Nährstoff schnell zu einer sogenannten Zwischenaderchlorose, bei der die Blattadern grün bleiben, während sich das Gewebe dazwischen gelb verfärbt. Stickstoff ist ebenfalls ein essentieller Baustein für die Bildung von Chlorophyll; fehlt er, vergilben meist zuerst die älteren, unteren Fächerblätter, da die Pflanze das mobile Chlorophyll in neue Triebe umleitet. Auch Eisen fungiert als wichtiger Cofaktor bei der Chlorophyll-Biosynthese, weshalb ein Eisenmangel oft durch hellgelbe bis weiße Verfärbungen an den jungen Trieben sichtbar wird.
Wie kannst du den Abbau von Chlorophyll für besseren Geschmack fördern?
Obwohl Chlorophyll während des Wachstums wichtig ist, sorgt es im Endprodukt für einen unerwünschten heuigen oder grasigen Geschmack und kann das Raucherlebnis kratzig machen. Um dies zu verhindern, solltest du den kontrollierten Abbau des Pigments, den sogenannten PAO-Pfad, durch korrektes Trocknen und Curing unterstützen. Während des Curings bauen Enzyme das Chlorophyll langsam in farblose, geschmacksneutrale Stoffe ab, wodurch die Aromen der Terpene besser zur Geltung kommen. Einige Grower nutzen zudem Techniken wie das Flushing oder eine 24- bis 48-stündige Dunkelphase vor der Ernte, um die Pflanze dazu zu zwingen, ihre Nährstoffreserven aufzubrauchen und die Chlorophyllproduktion bereits vor dem Schnitt zu reduzieren.