Algenextrakt fungiert primär als Biostimulanz und nicht als klassischer NPK-Dünger. Er wirkt wie ein Tonic für deine Pflanzen, indem er physiologische Prozesse optimiert. Die Anwendung führt zu einer verbesserten Nährstoffaufnahme und einer gesteigerten Photosynthese-Leistung durch erhöhten Chlorophyllgehalt. Besonders hervorzuheben ist die Förderung der Wurzelentwicklung und die Erhöhung der Biomasse, was letztlich zu höheren Erträgen führen kann.
Ein entscheidender Vorteil ist die gesteigerte Stressresistenz. Pflanzen, die mit Algenextrakt behandelt werden, tolerieren abiotischen Stress wie Trockenheit, Hitze oder hohen Salzgehalt im Boden deutlich besser. Zudem stimulieren Algenextrakte die Produktion von Sekundärmetaboliten, was die Konzentration von Terpenen und Cannabinoiden positiv beeinflussen kann.
Die Wirksamkeit von Algenextrakt, insbesondere aus der Braunalge Ascophyllum nodosum, beruht auf einer komplexen Mischung bioaktiver Verbindungen. Zu den wichtigsten Komponenten gehören:
- Phytohormone: Algen sind reich an Auxinen, Cytokininen und Gibberellinen. Auxine fördern das Wurzelwachstum, während Cytokinine die Zellteilung anregen und die Alterung der Pflanze verzögern.
- Polysaccharide: Komplexe Zucker wie Alginate verbessern die Bodenstruktur und das Wasserspeicherevermögen, während Laminarin die pflanzeneigenen Abwehrmechanismen aktiviert.
- Betaine & Aminosäuren: Diese wirken als Osmoprotektanten, die den Zellen helfen, Wasser auch unter Stressbedingungen (z.B. hoher EC-Wert) zu halten.
- Mikronährstoffe: Obwohl der NPK-Wert oft niedrig ist (z.B. 0.1-0.1-0.1), enthält Algenextrakt über 60 Spurenelemente wie Eisen, Zink, Mangan und Bor.
Du kannst Algenextrakt während des gesamten Lebenszyklus deiner Cannabispflanzen verwenden, aber in bestimmten Phasen ist er besonders wertvoll:
- Keimung und Stecklinge: Einweichen von Samen oder Gießen von Stecklingen fördert durch die enthaltenen Auxine die Wurzelbildung und reduziert den Transplantationsschock.
- Stresssituationen: Wenn deine Pflanzen unter Hitze, Kälte oder Trockenheit leiden, hilft Algenextrakt bei der Erholung. Auch nach einem Mangel oder einer Überdüngung (nach dem Spülen) wirkt er revitalisierend.
- Blütephase: Die Anwendung fördert die Blütenbildung und kann die Harzproduktion steigern.
Algenextrakt ist sehr konzentriert und sollte immer gemäß den Herstellerangaben verdünnt werden. Es gibt zwei Hauptmethoden der Anwendung:
- Wurzelapplikation (Gießen): Dies ist die gängigste Methode. Eine typische Dosierung liegt oft zwischen 1-4 ml pro Liter Wasser. Dies verbessert die Bodenstruktur und fördert das mikrobielle Leben in der Rhizosphäre.
- Blattdüngung (Foliar Spray): Algenextrakt kann auch als feiner Nebel auf die Blätter gesprüht werden (oft in niedrigerer Dosierung, ca. 1-2 ml/L). Dies sorgt für eine schnelle Aufnahme von Hormonen und Nährstoffen, besonders in der vegetativen Phase.
Achtung: Da Algenextrakte Wachstumshormone enthalten, kann eine extreme Überdosierung das Wachstum hemmen statt fördern. Halte dich an den Düngeplan und beachte, dass viele Produkte den pH-Wert leicht verändern können.