CalMag Mangel im Grow beheben – Düngeplan richtig anpassen

Einleitung
Braune Flecken auf den Blättern, gelbe Stellen, eingerollte Spitzen, gerade unter moderner LED Beleuchtung sehe ich dieses Bild bei Anfängern ständig. Das Setup ist neu, das Licht stark, aber die Pflanzen wirken trotzdem gestresst. Meistens steckt kein „schlechter Dünger“ dahinter, sondern ein klassischer CalMag Mangel und ein Düngeplan, der nicht an den LED Grow angepasst wurde.
LEDs verändern die Transpiration und damit die Nährstoffaufnahme. Wenn du deinen Düngeplan nicht anpasst, holst du weder das Maximum aus deinen Pflanzen raus, noch bleiben sie wirklich stabil. Vor allem Calcium und Magnesium sind hier die kritischen Punkte.
Genau darum geht es: Warum LED Grows mehr CalMag brauchen, wie du Symptome sauber erkennst, wie du deinen Düngeplan anpasst und wie du zukünftige CalMag Probleme einfach vermeidest.
Warum LEDs deinen Düngeplan verändern
LED vs. HPS: Was sich wirklich ändert
Viele steigen von HPS auf LED um und fahren einfach mit dem alten Düngeplan weiter. Auf dem Papier sieht das logisch aus: gleiche Pflanzen, gleiche Nährstoffe. In der Praxis ändert sich aber einiges.
HPS:
- Hohe Abwärme und viel Infrarot (IR)
- Höhere Blatt- und Raumtemperatur
- Stärkere Transpiration
- Mehr Wasser- und Nährstofffluss in der Pflanze
LED:
- Weniger IR-Strahlung, oft kühleres Blätterdach
- Insgesamt geringere Transpiration
- Nährstoffe werden langsamer transportiert
- CalMag-Mängel tauchen deutlich häufiger auf
Unter HPS „zieht“ die Pflanze mehr Wasser durch ihr System und nimmt dabei automatisch mehr Calcium und Magnesium mit. Unter LED läuft dieser Transport gedrosselt, vor allem wenn Temperatur und Luftfeuchte nicht sauber aufeinander abgestimmt sind.
Transpiration, IR-Strahlung und Nährstofftransport
Calcium und Magnesium gehören zu den Nährstoffen, die stark an den Wassertransport gekoppelt sind. Weniger Transpiration = weniger Ca und Mg in den Zellen. Das führt unter LED schnell zu:
- Calciummangel in schnell wachsenden Pflanzenteilen
- Magnesiummangel in älteren Blättern
- Ungleichgewicht im Verhältnis von Makro- zu Mikronährstoffen
Typischer LED-Fehler: Licht hochgedreht, aber Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Düngeplan nicht angepasst. Das Ergebnis wirkt dann wie „zu wenig Dünger“, ist aber oft eine Mischung aus leichtem Lockout, falschem Verhältnis und zu wenig CalMag bei zu niedriger Transpiration.

Symptome und Diagnose
Typische Anzeichen für Calcium Mangel
Calcium ist in der Pflanze relativ immobil. Das bedeutet: Ist der Vorrat in den neuen Triebspitzen und jungen Blättern zu gering, siehst du die Symptome dort zuerst.
Typische Ca-Mangel-Symptome:
- Kleine, verkrüppelte neue Blätter
- Nekrotische (braune, tote) Punkte an Blattspitzen und -rändern
- Blätter wirken dünn und leicht „papierig“
- Neue Triebe sehen unruhig und deformiert aus
Unter LED zeigt sich das gern so: Die Pflanze wächst schnell nach oben, die Spitzen wirken aber angeknabbert, punktig braun und unruhig, obwohl der Rest der Pflanze noch okay aussieht.
Typische Anzeichen für Magnesium Mangel
Magnesium ist mobil, die Pflanze kann es aus älteren Blättern abziehen, um neue Triebe zu versorgen. Deshalb tauchen Mg-Mängel zuerst an älteren, unteren Blättern auf.
Typische Mg-Mangel-Symptome:
- Hellere, gelbliche Zwischenräume zwischen den Blattadern (Interkostalchlorose)
- Die Blattadern selbst bleiben zunächst dunkelgrün
- Später braune Punkte und Nekrosen
- Ältere Blätter vergilben und sterben nach und nach ab
Das klassische Bild: Untere Fächerblätter werden blass, Adern bleiben grün, dann kommen kleine braune Punkte, später stirbt das Blatt komplett ab.

Abgrenzung zu anderen Nährstoffmängeln
Viele verwechseln CalMag Mangel mit Stickstoffmangel oder generellem „Cannabis Nährstoffmangel“. Ein paar Abgrenzungsmarker:
- Reiner N-Mangel: gleichmäßiges Vergilben von unten nach oben, ohne Flecken oder Nekrosen.
- pH/EC-Lockout: Mehrere Nährstoffe betroffen, Symptommix (verkrüppelte Spitzen, fleckige Blätter, langsames Wachstum), oft bei falschem pH-Wert.
- CalMag-Mangel unter LED: Kombination aus braunen Flecken, verkrüppelten Spitzen und zwischenaderiger Chlorose, meist bei sonst „normalem“ Düngeplan.
Wenn du braune Flecken auf den Blättern unter LED siehst, der Rest des Setups aber halbwegs passt, ist CalMag immer einer der ersten Punkte, die du prüfen solltest.
Anpassung des Düngeplans
Hier entscheidet sich, ob dein LED Grow stabil läuft oder du dich von Mangel zu Mangel hangelst. Ziel ist, deinen Düngeplan so anzupassen, dass Calcium und Magnesium im richtigen Bereich liegen und zu deinem Wasser, deinem Substrat und deiner LED-Leistung passen.
Schritt 1: Wasserwerte checken
Bevor du an der Dosierung drehst, musst du wissen, womit du überhaupt arbeitest.
Wichtige Punkte:
- Leitungswasser oder Osmose/Softwater?
- Ca- und Mg-Gehalt laut Wasseranalyse (Webseite des Wasserversorgers)
- Ausgangs-EC des Wassers
Grobe Richtwerte:
- Sehr weiches Wasser / Osmose: EC < 0,2 mS/cm → fast kein Ca/Mg vorhanden → CalMag ist Pflicht.
- Mittelhartes Wasser: EC 0,3–0,5 mS/cm → etwas Ca/Mg vorhanden, muss trotzdem eingeplant werden.
- Hartes Wasser: EC > 0,6 mS/cm → oft genug Calcium, manchmal zu wenig Magnesium, Verhältnis prüfen.
Ohne Wasserwerte schießt du blind. Für einen sauberen LED Grow lohnt sich der einmalige Blick auf die Wasseranalyse wirklich.
Schritt 2: CalMag-Dosierung pro Phase
Für Cannabis unter LED haben sich folgende Zielbereiche pro Liter Nährlösung bewährt (Richtwerte, keine starren Gesetze):
| Phase | Calcium (Ca) | Magnesium (Mg) | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Wachstum | 60–80 mg/L | 25–35 mg/L | Stabiler Wuchs, dicke Stiele |
| Stretch/Übergang | 80–100 mg/L | 30–40 mg/L | Schnellwachstum absichern |
| Volle Blüte | 100–120 mg/L | 35–50 mg/L | Für schwere Buds und Zellstruktur |
So gehst du vor:
- Wasseranalyse checken: Wie viele mg/L Ca und Mg bringt dein Wasser mit?
- Differenz berechnen zu den Zielwerten.
- Mit einem CalMag-Produkt gezielt auffüllen.
- Erst danach den Basisdünger dosieren.
Wichtig: Unter LED lieber etwas stabilere CalMag-Werte fahren als an der untersten Grenze rumkratzen. Gerade bei hoher Lichtintensität (PPFD) steigt der Bedarf.
Schritt 3: EC-Methode für Anfänger
Wenn du noch nicht tief in Nährstoffberechnungen steckst, mach es dir einfach und arbeite mit einer klaren EC-Strategie:
- Schritt 1: Wasser + CalMag → EC anheben auf einen Grundwert.
- Schritt 2: Basisdünger hinzufügen, bis du im Ziel-EC für die Phase bist.
- Schritt 3: pH-Wert einstellen (Erde meist 6,2–6,5, Coco/Hydro 5,6–6,0).
Grobe EC-Bereiche:
- Jungpflanzen/Stecklinge: 0,4–0,8 mS/cm
- Wachstum: 1,0–1,4 mS/cm
- Blüte (LED, kräftige Sorten): 1,4–2,0 mS/cm, je nach Genetik und Instanz der Pflanzen
Wichtig: CalMag immer zuerst ins Wasser, dann Basisdünger. So verhält sich die Lösung stabiler, und du kannst besser nachvollziehen, was wie viel EC bringt.
Praxisbeispiel mit CalMag Produkt
Nehmen wir ein typisches LED-Setup mit Osmosewasser (EC ~0,0–0,1 mS/cm) auf Erde:
- Ziel: Veg-EC ~1,2 mS/cm, Ca um 70–80 mg/L, Mg um 30 mg/L.
- Schritt 1: Osmosewasser im Tank, CalMag hinzufügen, bis der EC bei etwa 0,3–0,4 mS/cm liegt.
- Schritt 2: Basisdünger für die Wachstumsphase zugeben, bis der EC bei ca. 1,2 mS/cm liegt.
- Schritt 3: pH-Wert auf 6,3 einstellen, gießen.
Ein organischer CalMag Zusatz wie BioBizz CalMag passt genau in dieses Schema, weil du damit weiches oder Osmosewasser schnell „aufhärten“ kannst, ohne direkt den Basisdünger hochzuschrauben. So trennst du Wasserqualität und NPK-Düngung sauber voneinander und bekommst unter LED deutlich weniger Probleme mit braunen Flecken und Nährstoffmängeln.
Noch praxisnäher wird es, wenn du ein Produkt fix in deinen Plan einbaust als Standard Baustein für weiches Wasser oder Osmose-Setups. Erst Wasser + CalMag einstellen, dann deinen restlichen Düngeplan.

Prävention und Tipps
Messwerkzeuge, Umgebung und Setup
LED Grows laufen dann stabil, wenn Licht, Klima und Nährstoffe zusammenpassen. Für CalMag und generell Nährstoffmängel sind ein paar Werkzeuge Pflicht:
- EC-Messgerät: Um Düngeplan und CalMag-Dosierung zu kontrollieren.
- pH-Meter: Damit es nicht zu pH-bedingten Lockouts kommt.
- Thermo-/Hygrometer: Temperatur und Luftfeuchte im Blick behalten.
- Ggf. Infrarot-Thermometer fürs Blätterdach (optional, aber hilfreich).
Richtwerte für ein typisches LED Grow:
- Tagestemperatur: 24–28 °C im Blätterdach
- Luftfeuchte Veg: 55–70 %, Blüte: 45–55 %
- Stabile Luftzirkulation, aber keine brutalen Windkanäle direkt auf die Pflanzen
Zu kalte, trockene Räume unter LED → wenig Transpiration → mehr CalMag Mangel. Zu warm und brutal trocken → Stress, Salzablagerungen, Lockout. Das Zusammenspiel muss passen.

Häufige Fehler bei CalMag im LED Grow
Ein paar typische Patzer, die wir immer wieder sehen:
- Kein Blick auf die Wasserwerte
Einfach „nach Gefühl“ CalMag reinzukippen, ohne zu wissen, was im Wasser steckt, führt schnell zu Über- oder Unterversorgung. - CalMag zu spät integriert
Erst wenn die Blätter schon braune Flecken haben, wird CalMag dosiert. Besser ist, von Anfang an einen sauberen Grundwert zu fahren, gerade bei Osmose. - Überreaktion auf Mängel
Pflanzen zeigen leichte Symptome, dann wird der komplette Düngeplan hochgedreht. Ergebnis: Salzstress, hoher EC, pH-Probleme. - pH ignorieren
Selbst bei perfekter CalMag-Dosierung können falsche pH-Werte (z. B. auf Erde dauerhaft unter 6,0) dazu führen, dass Calcium und Magnesium trotzdem nicht richtig aufgenommen werden. - LED zu nah, Klima zu kalt
Lichtdichte brutal hoch, Temperatur zu niedrig. Pflanzen sind gestresst, ziehen aber wenig Wasser. Perfekte Mischung für CalMag-Mangelbilder.
Sauber vorgehen heißt: Wasserwerte kennen, CalMag mit Plan dosieren, EC und pH im Griff haben und die LED samt Klima sinnvoll einstellen.
FAQ: Häufige Fragen zu CalMag Mangel im LED Grow
Wie dosiere ich CalMag im LED Grow richtig?
Starte immer beim Wasser. Bei sehr weichem Wasser oder Osmose solltest du zuerst mit CalMag auf einen Grund EC Wert von ca. 0,3–0,4 mS/cm anheben, bevor du deinen Basisdünger zugibst. In der Veg-Phase reichen oft 60–80 mg/L Calcium und 25–35 mg/L Magnesium, in der Blüte darf es etwas mehr sein. Wichtig ist, die Dosierung langsam zu steigern und die Pflanzen über mehrere Tage zu beobachten, statt hektisch ständig nachzuregulieren.
Kann ich denselben Düngeplan unter LED und HPS verwenden?
Rein theoretisch ja, praktisch macht es wenig Sinn. Unter HPS ist die Transpiration höher, dadurch werden Nährstoffe anders transportiert. Unter LED solltest du CalMag bewusst einplanen, eventuell etwas höhere Ca/Mg-Zielwerte fahren und das Klima (Temperatur, Luftfeuchte) sauber auf das Licht abstimmen. Ein 1:1 übernommenes HPS-Schema führt unter LED oft zu CalMag Mangel oder Mischmängeln.
Woran erkenne ich, dass ich es mit CalMag übertreibe?
Zu viel CalMag kann andere Nährstoffe verdrängen, vor allem Kalium und Spurenelemente. Typische Anzeichen sind sehr dunkle, harte Blätter, verbrannte Blattspitzen bei eigentlich moderatem Basisdünger-EC und allgemein „blockierte“ Pflanzen, die kaum noch wachsen. Wenn der EC im Drain deutlich über dem Gieß-EC liegt, hast du meist zu viel Salz im Medium und solltest spülen und die Dosierung reduzieren.
Was mache ich bei akutem CalMag Mangel unter LED?
Zuerst Setup checken: pH, EC, Temperatur, Luftfeuchte. Dann die Nährlösung neu ansetzen, CalMag gezielt dosieren und den EC im sinnvollen Bereich halten. In Erde nicht permanent zu hoch gießen, lieber in zwei, drei Bewässerungszyklen stabil nachziehen. Stark geschädigte Blätter werden sich nicht mehr erholen, aber neue Triebe sollten nach einigen Tagen deutlich gesünder aussehen.
Brauche ich zusätzlich einen PK-Booster, wenn ich CalMag gebe?
CalMag und PK-Booster haben komplett unterschiedliche Aufgaben. CalMag stabilisiert Strukturen und den Grundhaushalt, PK-Booster schiebt vor allem Blüte und Ertrag in der späten Blütephase. Wenn dein Basisdünger und dein CalMag sitzen, kannst du PK-Booster gezielt im letzten Drittel der Blüte einbauen. Wichtig ist, den Gesamt-EC im Blick zu behalten, damit du die Pflanzen nicht mit Salzen überlädst.
Ab wann sollte ich mit CalMag im LED Grow beginnen?
Bei sehr weichem Wasser oder Osmose kannst du CalMag von Anfang an leicht mitlaufen lassen, sobald die Pflanzen ein paar echte Blätter haben. In der Veg-Phase eher moderat dosieren und erst mit zunehmender Pflanzenmasse und stärkerer LED-Intensität leicht steigern. Wichtiger als ein fixer Startzeitpunkt ist, dass dein Wasser dauerhaft auf ein sinnvolles Ca/Mg-Niveau gebracht wird und du nicht erst reagierst, wenn schon braune Flecken auftauchen.
Artikel teilen
Weitere Artikel

18. März 2026
Cannabis richtig düngen – kompletter Leitfaden

21. Februar 2026
Hesi Düngeschema: Dosierung & Anleitung – Erde Coco Hydro

20. Februar 2026